"Wasserschiene Kärnten" steht in den Startlöchern
„Kärnten hat genug Wasser, es ist nur nicht optimal verteilt“ – so lautet die zunächst einfache Erklärung für die „Wasserschiene Kärnten“. Mit der Gründung des Wasserverbandes Kärnten im letzten Jahr, soll das Jahrhundertprojekt bis 2040 umgesetzt werden. Für die Stadt Klagenfurt sind die Stadtwerke Klagenfurt im Verband tätig, gemeinsam mit der Stadt Villach sowie St. Veit und Feldkirchen.
Bevölkerungszuwächse, Klimawandel, ein West-Ostgefälle des Grundwassers und einige weitere Gründe führen dazu, dass in Kärnten das Wasser nicht optimal verteilt ist. Mit dem Bau der „Wasserschiene Kärnten“ sollen bis zum Jahr 2040 rund 135 Kilometer Wasserleitungen verlegt werden, damit Kärntens Wasser, je nach Bedarf, auch in Regionen gelangen kann, die gerade wenig Wasser haben. Den größten Wasserbedarf gibt es im Zentralraum. Damit die Mengen besser zu verstehen sind, ein Beispiel: An einem Sommertag mit 30 Grad fließen allein Klagenfurt 400 Liter Wasser pro Sekunde durch die Leitungen! Sollte es zu einem Notfall kommen, reichen somit Tankwägen nicht aus, um hier rasch helfen zu können – es müssen die Leitungen optimal miteinander verbunden werden.
„Wichtig ist, dass man sich auch im Notfall gegenseitig helfen kann!"
DI Erich Eibensteiner, Geschäftsführer des Wasserverbandes
„Ich begrüße diese Zusammenarbeit sehr. Blickt man über die Landesgrenzen hinaus, ist ein sauberes Trinkwasser keine Selbstverständlichkeit. Die Wasserschiene Kärnten ist ein Schritt in die Zukunft und eine Versorgung für die nächsten Jahrzehnte und Generationen."
Bürgermeister Christian Scheider
„Das Projekt ist nicht nur für nächsten Generationen, es ist partei- und gemeindeübergreifend, um eine verlässliche Wasserversorgung in Kärnten zu garantieren."
Villachs Bürgermeister und Wasserverband-Obmann Günther Albel
Die Gesamtkosten für dieses Mammut-Projekt belaufen sich auf 135 Millionen Euro, rund 51 Prozent davon trägt das Land Kärnten, 16 Prozent werden von Bund finanziert und 33 Prozent von den beteiligten Gemeinden. Eine Erhöhung der Wassergebühren soll durch den Bau der Wasserschiene nicht entstehen.
„Wasser ist unser höchstes Gut, ohne Wasser kein Leben. Mit der Wasserschiene sichern wir den zentralen Lebens- und Wirtschaftsraum in Kärnten."
Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger
Das Herzstück der Wasserschiene wird die Verbindung von Klagenfurt und Villach sein und damit auch den ersten Bauabschnitt beinhalten. Ein Großteil dieser Leitung wird direkt im Wörthersee verlaufen, ein Teilabschnitt Velden-Villach wird über Land geführt. Die Pläne dafür werden heuer noch beim Land Kärnten eingereicht. Baubeginn kann Ende 2027, Anfang 2028 sein.
Im Drautal ist ein Teilprojekt bereits umgesetzt: Der Wasserverband Unteres Drautal verbindet die drei Gemeinden (Villach, Paternion, Weißenstein). Die Leitungen fließen in beide Richtungen bedarfsorientiert. Generell lautet die Prognose: Der Wasserbedarf wird in den nächsten Jahren österreichweit steigen, aufgrund des Klimawandels werden die Grundwasserressourcen aber zunehmend weniger – d.h. es besteht Handlungsbedarf – die „Wasserschiene Kärnten“ ist hier somit ein richtungsweisendes Projekt.


