Schutzaktion für Frösche, Kröten & Co. beim Schlossteich Ehrental
Die Projektpartner DI Roland Schiegl (Arge NATURSCHUTZ), Klima- und Umweltschutzreferent Vzbgm. Patrick Jonke, Dipl.-Biol.in Eljalill Spazier (Abteilung Klima- und Umweltschutz) und DI Ronald Pistrol (LFS Ehrental) freuen sich über den Amphibienschutzzaun beim Schlossteich. Foto: StadtKommunikation/Spatzek
Mit den steigenden Temperaturen im Frühjahr beginnt wieder die Frosch- und Krötenwanderung aus den Winterlebensräumen im Wald zu den Laichgewässern. Dabei nutzen die Tiere bevorzugt die Abend- und Nachtstunden. Bei feuchter Witterung und Niederschlägen wandern die Amphibien manchmal auch tagsüber. Nicht selten müssen Straßen überquert werden, die ihren Lebensraum zerschneiden. Wenn keine Schutzmaßnahmen ergriffen werden, fallen dabei leider jedes Jahr viele Frösche und Kröten dem Verkehr zum Opfer.
Eine häufig genutzte Amphibienwanderstrecke befindet sich im Bereich des Schlossteichs Ehrental. Dort sind insgesamt acht Amphibienarten anzutreffen, die alle entweder gefährdet oder stark gefährdet sind: Erdkröte, Grasfrosch, Springfrosch, Balkan-Moorfrosch, Grünfrösche, Laubfrosch, Teichmolch und Alpen-Kammmolch. Das bedeutet für diese Amphibienwanderstrecke Priorität 1 nach Prioritätenreihung der Arge NATURSCHUTZ für Kärnten. Daher haben die städtischen Abteilungen Klima- und Umweltschutz sowie Straßenbau und Verkehr in Kooperation mit der Arge NATURSCHUTZ vor Ort ein Projekt mit Schutzmaßnahmen gestartet. Auch das Land Kärnten als Grundeigentümer und das Bildungszentrum Ehrental unterstützen das Projekt.
Im Rahmen der kärntenweiten Aktion "Rettet die Frösche“ wird an der Nordseite des Schlossteichwegs auf einer Länge von fast 200 Metern ein temporärer Amphibienschutzzaun errichtet. Ein Team aus freiwilligen Helfern, die sogenannten „Froschklauber“, bringt dann die zum Schlossteich wandernden Tiere mittels der „Zaun-Kübel-Methode“ sicher über die Straße.
„Der von unseren Mitarbeitern errichtete Schutzzaun soll möglichst viele Frösche, Kröten und Molche vor dem Straßentod retten. Ein großes Dankeschön auch an alle ehrenamtlichen Helfer, welche die Zäune kontrollieren und gefangene Amphibien sicher über die Straße tragen.“
Klima- und Umweltschutzreferent Vizebürgermeister Patrick Jonke
Die Strecke wird täglich auf Neuankömmlinge kontrolliert. Die Zufahrten zum Bildungszentrum Ehrental bleiben während des gesamten Projektverlaufs frei, es kommt zu keiner Behinderung des Straßenverkehrs.
„Mit Ende der Amphibienwanderung, spätestens Mitte April, wird der Zaun wieder abgebaut. Dann haben unsere Schutzmaßnahmen hoffentlich viele Frösche, Kröten und Molche vor dem Überfahren-Werden gerettet.“
Dipl.-Biol.in Eljalill Spazier, Abteilung Klima- und Umweltschutz
Eine Fortsetzung der Aktion ist im nächsten Jahr geplant. Auch jeder Autofahrer kann jetzt mithelfen, die gefährdeten Frösche, Kröten & Co. auf ihrer Wanderung zu schützen. In regnerischen Nächten sollte besonders auf die grünen Hinweistafeln „Amphibienwanderung, bitte langsam fahren“ geachtet und die Geschwindigkeit reduziert werden. Im Idealfall wählt man nachts während der nur wenige Wochen dauernden Wanderung eine andere Route, die nicht von Amphibien gequert wird.
Die Arge NATURSCHUTZ sucht auch immer freiwillige „Froschklauber“. Interessierte können sich über das Kontaktformular auf www.arge-naturschutz.at/kontakt melden.


